von Gregor Münch

Brandenburg gilt als Land der Seen, Wiesenlandschaften und Wälder. Die Vielfalt der Natur ist dabei größer, als manche vielleicht erwarten. Abseits der oft besuchten Ausflugsziele gibt es zahlreiche Orte, an denen es besonders verwunschen und urtümlich zugeht. Hier finden Sie drei Tipps, wo sich links und rechts der ausgetretenen Pfade paradiesische Kleinode finden lassen, die eine Entdeckung wert sind.

Dem Döllnfließ auf der Spur

Copyright: Gregor Münch

Fast jeder hat schon von der Schorfheide gehört, denkt vielleicht zunächst an historische Namen, vergangene Regime und deren Jagdvergnügen, an weiten Wald und röhrende Hirsche. Doch in der Schorfheide gibt es so vieles mehr. Auch die Natur beherrscht hier das Geheimnisvolle, und so ist es zum Beispiel gar nicht so einfach, dem winzig kleinen Döllnfließ auf die Spur zu kommen. Das speist den großen Döllnsee und ist doch zugleich hier und da komplett verschwunden. Taucht wieder auf und gibt sich distanziert in seinem Tal.

Wer ihm auf die Spur kommen will, kann dies eigentlich auf ganzer Länge barfuß tun, denn die Untergründe sind zwar äußerst unterschiedlich, doch fast immer natürlich. Wer seine Reflexzonen in dieser Weise verwöhnt, muss mit regelmäßigem Grinsen im Gesicht rechnen!

Aus zwei mach eins

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Ungefähr auf der Mitte zwischen Strausberg, das man durch die S-Bahn-Anbindung irgendwie noch als Berlin empfindet, und Wriezen, wo die Weite des Oderbruchs beginnt, liegt eine kleine Seenkette. Sie schlägt einen Bogen entlang der hübschen Dörfer Sternebeck und Harnekop, deren Namen für einen lokalen Krimi schon einmal zu Sternekop verschmolzen wurden. Während der eine Dorfname märchenhaft geschmeidig klingt, tönt der andere etwas kantiger im Gehörgang.

Dazu passen auch die Sehenswürdigkeiten: Während es in Sternebeck die Kirche, den Speicher und den Bahnhof gibt, allesamt alt, beruhigend und verbunden durch idyllische Wege, steht in Harnekop ein Wegweiser, der mit einen geschichtsträchtigen Atombunker und einem Abenteuerspielplatz für Erwachsene eher Adrenalin verheißt.

Wo die Havel Grenzfluss ist

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Oft kommt es nicht vor, dass die Havel eine Ländergrenze markiert, zudem ist der Grenzverlauf im nordisch anmutenden Dorf Strodehne weit davon entfernt, sich an die Flussmitte zu halten. Auch hier am östlichen Rand von Sachsen-Anhalt ist die gereifte Havel kein bisschen brav und berechenbar, was Lauf und Uferlinie betrifft. Neugierig erforscht sie alle möglichen Winkel und Ecken, erfindet Inselchen und nimmt sich in Zeiten mit viel Wasser den Platz, den sie braucht und hier auch hat. Dosse, Jäglitz und ein bisschen auch der Rhin haben sich davon anstecken lassen und sorgen regelmäßig für Wasserflächen, die manchmal weiter reichen als der eigene Blick.

Das ist schon gewaltig, doch bei Weitem nicht alles, was das künstlerisch angehauchte Dorf zu bieten hat – auch gibt es noch besonders dunkle Dunkelheit, besonders viele Wasservögel und besonders fangfrischen Binnenfisch aus erster Hand.


Gregor Münch
Wild Brandenburg
50 Sehnsuchtsorte in der Natur
Unterwegs in Brandenburg
ca. 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, Paperback, ca. 250 farbige Abbildungen
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