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Was-mit-geschichte.de ging schon einmal der Frage nach, wie man im Mittelalter eigentlich baute, heute werfen wir einen Blick auf eine der wie wir finden schönsten Burgen Deutschlands: die Wartburg bei Eisenach.
Aufgrund des anstehenden Jubiläumsjahres ist er derzeit in aller Munde: Martin Luther verbrachte von Mai 1521 bis März 1522 zehn Monate in diesen prächtigen Gemäuern.
G. Ulrich Großmann und Anja Grebe umreißen in ihrem Buch „Burgen. Geschichte – Kultur – Alltagsleben“, Palm Verlag, die Geschichte der Wartburg:

Die Wartburg bei Eisenach, © Fotolia

Die Wartburg bei Eisenach, © Fotolia

Als Inbegriff einer hochmittelalterlichen Fürstenburg kann die Wartburg (Thüringen) gelten, die nicht zuletzt aus diesem Grund 1999 in die Welterbeliste aufgenommen wurde. Die um 1080/85 erstmals urkundlich erwähnte Burg der Ludowinger Grafen wurde nach der Erhebung der Familie in den Landgrafenstand ab 1157/58 sukzessive zu einer repräsentativen Fürstenburg ausgebaut. Zunächst bestand die auf einem steil abfallenden Gelände errichtete Anlage nur aus einem Kernbau mit dem romanischen Palas, einem bloß in den Fundamenten erhaltenen Bergfried sowie einem kleinen Vorburgbereich. Reste der alten Vorburg sind im Torbau und unter der spätmittelalterlichen Vogtei noch erhalten. Ein zweiter, jüngerer Bergfried sichert die Südspitze der Burg. Der Palas (lat. palatium“ = Palast) enthält als herrschaftlicher Wohn- und Saalbau die wichtigsten Wohn- und  Repräsentationsräume der Burg. Er ist bis heute geprägt durch die zum Hof gewandten Fensterarkaden.
Nachdem die Burg in der Neuzeit lange vernachlässigt worden war, wurde sie im 19. Jahrhundert nicht zuletzt wegen zwei ihrer berühmtesten Bewohner, der hl. Landgräfin Elisabeth von Thüringen (1207–31) und Martin Luther (1483–1546), zu einer Art nationalen Gedenkstätte. 1850–70 erfolgte die Wiederherstellung im neoromanischen Stil durch den Architekten Hugo von Ritgen. Die von Moritz von Schwind und anderen Künstlern ausgemalten Säle erlangten schnell Berühmtheit – der rekonstruierte Große Saal diente u. a. König Ludwig II. als Vorbild für den Saal in Schloss Neuschwanstein.

Hier endet die heutige Leseprobe bereits wieder. 272 prall gefüllte Seiten zum Mittelalter finden Sie in „Burgen. Geschichte – Kultur – Alltagsleben“.

 

Zu den Autoren:

Prof. Dr. G. Ulrich Großmann ist Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter mehrere einschlägige zur Geschichte von Burgen. Er ist Gründungsvorsitzender der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern und Gründer des Deutschen Burgenmuseums auf der Veste Heldburg in Thüringen.

Prof. Dr. Anja Grebe ist Professorin für Kunstgeschichte und Museumswissenschaften an der Donau-Universität Krems. Sie hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter mehrere zum Thema Mittelalter und Burgen. Gemeinsam mit Großmann kuratiert sie die Dauerausstellung des Deutschen Burgenmuseums auf der Veste Heldburg.

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Ulrich Großmann / Anja Grebe
Burgen
Geschichte – Kultur – Alltagsleben
288 Seiten, 24 x 28 cm
rund 150 Abbildungen
Hardcover mit Schutzumschlag
978-3-944594-59-0
€ 29,95 (D) / € 30,80 (A) / 40,90 sFr (CH)